Fragen und Antworten zur Steuerreform

Fakten zur Steuerreform

Gemeinsam haben wir im Rahmen der Kampagne "Lohnsteuer runter!" insgesamt 882.184 Unterschriften gesammelt und damit Druck auf die Bundesregierung aufgebaut, eine große Lohnsteuerreform zu beschließen. Durch diese Lohnsteuerreform werden ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen seit 1. Jänner 2016 mit über fünf Milliarden Euro entlastet. Das ist die größte Lohnsteuersenkung seit 40 Jahren! Wieviel mehr Geld das bedeutet, das sehen wir alle am Lohnzettel.

Die wichtigsten Informationen zur Steuerreform im Überblick:

1. Was bewirkt die Steuerreform?
Steuerpflichtige in Österreich werden um bis zu 5 Milliarden Euro entlastet. 90 Prozent der Entlastung fallen auf kleinere und mittlere Einkommen. Für ArbeitnehmerInnen, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohnsteuer zahlen müssen, wird die Negativsteuer auf maximal 400 Euro (500 Euro, wenn Anspruch auf das Pendlerpauschale besteht) anstelle von bisher 110 Euro angehoben.

2. Welche Änderungen betreffen die PensionistInnen?
Für PensionistInnen gelten die gleichen, niedrigeren Steuersätze wie für ArbeitnehmerInnen. Erstmals können auch PensionistInnen eine Negativsteuer von bis zu 110 Euro jährlich beantragen.

3. Ändern sich die Absetz- und Freibeträge?
Künftig gibt es nur noch den Verkehrsabsetzbetrag in der Höhe von 400 Euro jährlich (bisher: Verkehrsabsetzbetrag von 291 Euro und ArbeitnehmerInnenabsetzbetrag von 54 Euro). Bei Anspruch auf Pendlerpauschale und weniger als 12.200 Euro Jahreseinkommen erhöht sich der Verkehrsabsetzbetrag auf 690 Euro. Der Kinderfreibetrag wird von 220 auf 440 Euro erhöht, nehmen ihn jedoch beide Elternteile in Anspruch, erhöht sich dieser auf 300 Euro im Jahr pro Person (bisher 132 Euro).

4. Umsatzsteuer: Werden die ArbeitnehmerInnen zur Kasse gebeten?
Bei einigen Produktgruppen wird der Umsatzsteuersatz von zehn auf 13 Prozent erhöht, darunter fallen z. B. Brennholz, Eintritte für Bäder, Beherbergungsbetriebe, Museen oder Kino. Andere Waren und Dienstleistungen behalten den Steuersatz von zehn Prozent, unter anderem Lebensmittel, Mieten und Medikamente.

5. Was ändert sich bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung ab 2016?
Die ArbeitnehmerInnenveranlagung für das Jahr 2015 muss noch beantragt werden. Die automatische Veranlagung erfolgt ab 2017 für die ArbeitnehmerInnenveranlagung 2016.

6. Welche Sonderausgaben werden ab 2016 noch berücksichtigt?
Prämien für private Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherungen sowie Aufwendungen zur Wohnraumschaffung und -sanierung können nur noch dann bis 2020 abgeschrieben werden, wenn die Verträge spätestens 2015 abgeschlossen bzw. die Bauausführungen noch 2015 begonnen wurden. Die Sonderausgabenpauschale in der Höhe von 60 Euro pro Jahr bleibt ebenfalls noch bis 2020 bestehen.

7. Wird das Bankgeheimnis abgeschafft?
Künftig wird ein zentrales Bankkontenregister angelegt. Bei Finanzprüfungen von Unternehmen dürfen Konten bei Banken abgefragt werden. Die Finanz wird nicht im Zuge von ArbeitnehmerInnenveranlagungen in Konten von ArbeitnehmerInnen schnüffeln. Zusatzinformation: Jede/r Steuerpflichtige hat das Recht, über FinanzOnline abzufragen, welche Daten von ihm in das Kostenregister aufgenommen wurden, und ist im Falle einer durchgeführten Einsicht über FinanzOnline zu informieren.

8. Steigen die Mieten durch die Anhebung der Immobilienertragssteuer?
Die Immobilienertragssteuer wurde im Jahr 2012 eingeführt – nun wird sie von 25 auf 30 Prozent erhöht. Sie bezieht sich auf Einkünfte bei Verkäufen von Immobilien und hat nichts mit den Mieteinnahmen zu tun. Ausgenommen von dieser Steuer bleibt weiterhin der Verkauf des Hauptwohnsitzes.

9. Ist das Vererben eines Hauses jetzt teurer?
Während die Besteuerung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus von ArbeitnehmerInnen günstiger wird, werden teurere Liegenschaften in Zukunft höher besteuert.


Weitere Informationen zur Steuerreform: www.oegb.at/lohnsteuerrunter
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